1. Stufe: Einlongieren
2. Stufe: Bodenarbeit
3. Stufe: Einreiten
nun gewöhnt sich das Pferd daran, dass der Mensch auf ihm sitzt und es sich von diesem dirigieren lässt
4. Stufe: Geraderichten
in dieser Phase wird das Pferd durch Biegung und Bahnfiguren auf beiden Händen gleichmäßig durchgymnastiziert
5. Stufe: Formgebung der Oberlinie
nun wölbt das Pferd die Wirbelsäule nach oben und vermag seinen Reiter auf seiner stärker werdenden Muskulatur in allen Tempi zu tragen
6. Stufe: Schulterherein
mit Hilfe dieser Übung lernt das Pferd vermehrtes Biegen und vermehrtes Untertreten mit dem inneren Hinterbein
7. Stufe: Kruppeherein
mit Hilfe dieser Übung lernt das Pferd vermehrtes Biegen und vermehrtes Untertreten mit dem äußeren Hinterbein
8. Stufe: Volte
das gebogene Pferd vermag nun seiner Biegung zu folgen und wird durch die Seitengänge in die Lage versetzt, gleichmäßig gebogene Volten zu gehen
9. Stufe: Seitengänge auf dem Zirkel
das Absolvieren der Seitengänge auf dem Zirkel dient dazu, das jeweilige innere und äußere Hinterbein noch mehr heranzuholen
10. Stufe: Pirouette
hier wird das äußere Hinterbein in der Volte soweit hereingeholt, bis eine Pirouette entsteht
11. Stufe: Fliegender Galoppwechsel
nachdem die Beherrschung der Schulter und Hüfte des Pferdes durch den Reiter in allen Gängen erreicht wurde, kann durch ein Umstellen der Hüfte der Galoppwechsel ausgelöst werden
12. Stufe: Piaffe
13. Stufe: Passage
14. Stufe: Levade/Pesade
ist dieses Ziel erreicht, vermag das Pferd 100% seines Gewichtes auf der Hinterhand zu tragen
15. Stufe: Terre á Terre
das Pferd bewegt sich in dieser Übung des Galopp mit dem Schwerpunkt auf der Hinterhand
16. Stufe: Schulen über der Erde
mit diesen Übungen, die die Courbette, die Croupade sowie die gestandene und gesprungene Capriole umfassen, wird die maximale Kraftleistung der Hinterhand des Pferdes entfaltet
17. Stufe: Capriole
Dieses von Herrn Bent Branderup vorgestellte und gelebte Ausbildungskonzept beruht auf dem gesammelten Erfahrungsschutz der Alten Meister und spiegelt die Reiterei zur Zeit des Barock wieder. Das Augenmerk beim akademischen Reiten liegt dabei vor allem darauf, dass das Pferd von Anbeginn lernt, sein jeweiliges Hinterbein zum Schwerpunkt zu setzen. Die Förderung der Tragkraft des Pferdes steht im Vordergrund, während der Ausbildung der Schubkraft zunächst keine Priorität zukommt. Denn Schieben kann jedes Pferd von Natur aus ganz von selbst. Unter dem Reiter aber sollte der Schub eines Pferdes niemals größer sein, als es mit dem anderen Hinterbein in dieser Phase vorzugreifen vermag. Herr Bent Branderup formuliert das so:
„ ... Wer die Tragkraft besitzt, kann die Schubkraft beherrschen...“.
Um dieses Ziel zu erreichen, sollte der Reiter das Pferd mit seinem Sitz formen können und das Pferd sollte sich formen lassen. Dabei soll dem Pferd eine vollständige Längsbiegung gegeben werden, die vom Genick bis zur Schweifrübe reicht, wobei das Pferd beständig vorwärts-abwärts zur nachgebenden Hand suchen sollte. Bei korrekter Biegung des Pferdes sitzt man als Reiter auf dem jeweiligen inneren Sitzknochen tiefer ein. Das macht auch plausibel, weshalb bei der akademischen Ausbildung des Pferdes sämtliche Lektionen grundsätzlich auf diesem entspannten inneren Rückenmuskel des Pferdes gesessen werden und eine Belastung des gegenüberliegenden gedehnten äußeren Rückenmuskel des Pferdes vermieden werden sollte.
Mit diesem Ausbildungskonzept kann also (fast) jedes Pferd jedweder Rasse zu einem Reitpferd geformt werden, dass sich vom Reiter leicht führen lässt. So wird Reiten zur Freude!