Querido sueño hatte ich im August 2000 als 4-jährigen in Neckarbischofsheim bei Familie Peters kennengelernt.
In ihn und seine riesigen dunklen Augen hatte ich mich sofort verliebt. Er war ein Andalusier ohne Papiere, der aus der Gegend um Cordoba nach Deutschland gekommen war.
Querido hatte sich durch eine besondere Arbeitsfreude und einem absolut ausgeglichenen Charakter ausgezeichnet. Für ihn gab es einfach keine "schlechten Tage" ... J Auch ihn habe ich allein angeritten und mit ihm zunächst vor allem Ausritte in Wald und Flur unternommen. Auf der Suche nach einem guten Ausbilder habe auch ich erst ein paar Irrwege in Kauf nehmen müssen, bis ich im Herbst 2005 mit Querido den ersten Wochenlehrgang bei Frau Stefanie Staudinger in Hamburg angetreten und so den ersten direkten Kontakt zur Akademischen Reiterei erhalten hatte. Hier galt es nun zunächst, die begangenen Fehler zu korrigieren und den vermehrten Schub abzustellen, den sich Querido unter meiner fehlerhaften Einwirkung unter Anweisung der zuvor aufgesuchten Reitlehrer(in) angeeignet hatte. So haben Querido und ich Schritt für Schritt zu mehr Losgelassenheit und leichter Anlehnung finden können, so dass wir uns bis zum Herbst 2007 alle Seitengänge einschließlich halber Pirouetten im Schritt und Trab erarbeitet hatten.
Im November 2007 war es dann endlich soweit! Ich hatte einen der begehrten Plätze bei einem Bent-Branderup-Kurs als Teilnehmerin mit Pferd ergattern können. Nun hatte ich Gelegenheit, das bisher Erlernte unter dem prüfenden und kritischen Blicken des Meisters unter Beweis zu stellen. Natürlich war ich aufgeregt gewesen! Aber Querido hatte sich am Samstag von seiner allerbesten Seite gezeigt und alle Anforderungen prompt erfüllt. Voller Stolz habe ich das Lob über unsere gute Basisarbeit vom Meister entgegengenommen! Dies galt natürlich auch für seine Ansicht, dass für uns nun die Zeit herangereift wäre, dass ich Querido einhändig auf blanker Kandare reiten könne und solle. Am Sonntag war dann jedoch meine Nervosität durchgeschlagen, so dass ich beim Zeigen meiner eigenständigen Arbeit aus dem Konzept geraten war. Der Tip des Meisters hierzu lautete: "Du musst Dir vor jeder Arbeitseinheit ein Konzept zurecht legen und Dich dann nicht beirren lassen ... . Aber auf der Grundlage der guten Basisarbeit dürfte es Dir möglich sein, mit diesem Pferd im März 2008 die Wappenträgerprüfung ablegen zu können ...". Und so waren Querido und ich mit jeder
Menge guter Ideen nach Hause gefahren.
Das Umstellen auf blanke Kandare gelang uns denn auch recht gut. Im Dezember 2007 war es mir möglich geworden, Querido im Schritt und im Trab einhändig auf blanker Kandare in allen Seitengängen einschließlich der halben Pirouetten zu reiten, auch der Galopp auf den Hufschlagfiguren bei einhändiger Zügelführung war kein Problem mehr. Ich war mächtig stolz auf meinen kleinen Spanier und begann ernsthaft davon zu träumen, im März des folgenden Jahres die in´s Auge gefasste Prüfung ablegen zu wollen...
Aber Ende Januar 2008 kam dann der Schicksalsschlag der alles verändern sollte: Querido erkrankte schwer an Ataxi und wies die Symptome einer Bornaischen Erkrankung auf. Trotz umfassender tierärztlicher Untersuchungen gelang es nicht, die tatsächliche Ursache der Erkrankung zu eruieren. Die gegebenen Medikamente schlugen nicht an. Nur wenige Tage später starb Querido an den Folgen dieser Krankheit in der Tierklinik Seeburg bei Berlin. Er hatte bis zur letzten Minute gekämpft! Ihm nicht helfen zu können, war ein beklemmendes, furchtbares Gefühl der Ohnmacht für mich! Mit ihm ist ein Teil meines Herzens verstorben, denn er war ein ganz besonderer Teil meines Lebens gewesen!!